Rückblick

Dieter Nuhr – Digitale Malerei und Fotografie = Lichtbilder
28.11.2021 – 13.02.2022

»Dieter Nuhr – Digitale Malerei und Fotografie = Lichtbilder«, Kunsthalle Gevelsberg, 2021/2022. Foto: Kevin Krautgartner

Dieter Nuhrs Arbeiten verstehen sich als Dokumente eines lebenslangen Unterwegsseins. Das Material, aus dem er seine Bilder schafft, sind Fotodaten, die er auf Reisen aufnimmt. Er begreift das Unterwegssein als Lebensraumerkundung. Seine Bilder sind aber keine dokumentarischen Fotos, sie stellen nicht exotische Reize in den Vordergrund, sondern zeigen die dem Vergessen ausgelieferte Erinnerung, die sich in malerischen Bildern neu erfindet.

»Dieter Nuhr – Digitale Malerei und Fotografie = Lichtbilder«, Kunsthalle Gevelsberg, 2021/2022. Foto: Kevin Krautgartner

Die Werke zeigen nicht die objektive Oberfläche der Wirklichkeit, sondern das, was bleibt von dem, was wir gesehen haben. Wie in der Erinnerung verschwinden die Bilder und überlagern sich, zerfallen nach und nach im Arbeitsprozess aus Schichtung und Vermalung und bilden am Ende etwas Neues, was sich aus der Realität ableitet, aber nicht mit ihr identisch ist.

»Dieter Nuhr – Digitale Malerei und Fotografie = Lichtbilder«, Kunsthalle Gevelsberg, 2021/2022. Foto: Kevin Krautgartner
»Dieter Nuhr – Digitale Malerei und Fotografie = Lichtbilder«, Kunsthalle Gevelsberg, 2021/2022. Foto: Kevin Krautgartner

Nuhr sieht sich nicht als Fotograf, sondern eher als Maler, der zur Bilderstellung eine Kamera und digitale Daten nutzt. In seinen Arbeiten verschwimmen Zeiten und Räume. Oft ist in den Bildern nicht mehr zu erkennen, wann sie entstanden sind. Sie wirken überzeitlich, als versuchten sie, das Grundsätzliche im Konkreten zu zeigen. Der Künstler sucht im Realen nach dem Essenziellen, immer im Bewusstsein, dass nicht das Einzelbild das Ziel der Arbeit ist, sondern der Sinn im Prozess der Bilderstellung selbst liegt, eine lebenslange Forschung – das Sich-ein-Bild-Machen als existentielle Aufgabe. Er versteht das Leben als künstlerisch forschenden Erkenntnisprozess ohne endgültiges Ergebnis.


Justine Otto, »Adlermund II«, 2009, Öl auf Leinwand, 75 x 66 cm
Justine Otto, »Adlermund II«, 2009, Öl auf Leinwand, 75 x 66 cm

Lieblingsstücke und Neues
20. Juni 2021 – 03. Oktober 2021

Zur Eröffnung unserer neuen Kunsthalle Gevelsberg in der ehemaligen Friedenskapelle haben wir eine Ausstellung kuratiert, die einige sehr liebgewonnene Stücke des Sammlers Frank Hense aus der Sammlung Hense zeigt, welche von den im Jahr 2020 erworbenen neuen Werken umrahmt werden.

Dem Sammlungssujet folgend wird die Ausstellung von bildgewaltigen, figürlich-narrativen Gemälden und Skulpturen dominiert. Die gezeigten Künstler wurden hierbei inhaltlich arrangiert.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler (in alphabetischer Reihenfolge):
Stephan Balkenhol, Daniel Behrendt, Gehard Demetz, Natalie Frank, Gregor Gaida, Paule Hammer, Katrin Heichel, Joanna Jesse, Yongchul Kim, Feng Lu, Kate Newby,  Justine Otto, Thorsten Passfeld, Titus Schade, Cornelia Schleime, Moritz Schleime, Robert Seidel, Slava Seidel, Ulrike Theusner, Jan de Vliegher, Haegue Yang, Thomas Zipp.


“Und nun tanzen Sie die Farbe Blau!“
Bauhausfrauen treffen auf zeitgenössische Kunst – Bunter Salon zu Gast in der Kunsthalle Gevelsberg.
Donnerstag, 16.9.2021, 18:45 – 21:00

100 Jahre früher und sie hätten sich hier sehr wohl gefühlt: Bauhausfrauen mit ihren künstlerischen Ideen und Visionen für eine neue Welt – zu Gast in einer von Innovation, Mut und Leidenschaft geprägten „Kunsthalle“. In der lichtdurchfluteten Atmosphäre der liebevoll restaurierten ehemaligen Friedenskapelle dürfen sich die Gäste des Abends gleich mehrfach freuen: Auf Architektur, Kunst und Design, eine Einführung in die Kunsthalle des Gastgebers Frank Hense und auf das Salongespräch mit der Wissenschaftlerin und Autorin Dr. Ulrike Müller zum künstlerischen und emanzipatorischen Wirken der Bauhausfrauen, die bis heute inspirieren.