Yongchul Kim

»Blinder Fleck«
3.7.–18.9.2022
Sa., 13.8.2022, 15-18 Uhr
Kuratorinführung mit Kasia Lorenc
Konzert: Florian Ostertag & Nasim Kholti
im Rahmen von Tour de Ruhr
Eintritt frei
»Yongchul Kim. Blinder Fleck«, Kunsthalle Gevelsberg, 2022. Foto: Kevin Krautgartner
»Yongchul Kim. Blinder Fleck«, Kunsthalle Gevelsberg, 2022. Foto: Kevin Krautgartner

Die Kunsthalle Gevelsberg freut sich, in der eigens für sie konzipierten Einzelausstellung Yongchul Kims Groß- und Mittelformate, die zwischen 2016 und 2022 entstanden sind, zusammenzuführen.

In den für die Schau ausgewählten Kunstwerken rückt Kims ‚vita activa‘ in den Vordergrund. Sein malerisches Können stößt auf politisches Engagement. Folglich kann seine Kunst nicht ohne gesellschaftskritische Aspekte verstanden werden. Auch bei der Betrachtung stellt sich immer die Frage, welche von beiden wichtiger ist: das handwerkliche Vorgehen, das den künstlerischen Rang innehat oder die sozialkritische Idee.

»Yongchul Kim. Blinder Fleck«, Kunsthalle Gevelsberg, 2022. Foto: Kevin Krautgartner
»Yongchul Kim. Blinder Fleck«, Kunsthalle Gevelsberg, 2022. Foto: Kevin Krautgartner

Es ist Kims ‚bíos praktikós‘, die der politischen Realität gewidmete „betrachtende“ Malerei, die die Werke so herausragend macht. Der Aktualitätsbezug seiner Arbeiten ermöglicht der zeitgenössischen Kunst eine Auseinandersetzung: einen mutigen und dadurch nicht minder ästhetisch gefassten Blick auf Egomanie, Narzissmus, Nationalismus, Krieg- und Migrationserfahrungen. Seine Figuren lösen sich auf, treiben und gleiten über die Leinwand, werden von der Umgebung überlagert. Die jungen Protagonisten – Soldaten, Kinder und Wanderer – wirken bestürzt, ratlos und entrückt. Ihre Spiegelungen bleiben leer und sind Ausdruck verwaister Identitäten, eines trostlosen Neuanfangs, bei dem ausgelotet werden muss, was noch das „Eigene“ und was das „Fremde“ ist.

Yongchul Kim, »Hasenjäger«, 2021, Öl auf Leinwand, 180 x 120 cm
Yongchul Kim, »Hasenjäger«, 2021, Öl auf Leinwand, 180 x 120 cm

Demgegenüber wirken die Erwachsenen – die kindlich versinnbildlichten Hasenjäger – naiv und unbedarft, als hätten sie ihre Adoleszenz nicht rechtzeitig abgelegt. Als aufsässige Kinder verkörpert, sind sie geradezu beängstigend in ihrer Anmaßung, selbst handeln und entscheiden zu dürfen.

Es ist eine – in der Komplexität und Kontinuität – außergewöhnliche Malerei, deren Tragkraft von innen nach außen führt, verbindend und aneinanderfügend. Ihre Wirkung entsteht dort, wo die Farben reorganisiert und gebändigt werden, wo die Farblappen großzügig entlangfahren und die Pinselführung aufgeschichtet wird.

Text: Kasia Lorenc


Pressestimmen
aus kunst:art 86 (Jul./Aug. 2022)
aus kunst:art 86 (Jul./Aug. 2022)

Eintritt: 5,00 €
Ermäßigter* Eintritt: 3,00 €

Öffnungszeiten: sonntags, 14 – 18 Uhr

Gemäß der aktuellen Coronaschutzverordnung sind wir nicht mehr verpflichtet, Ihren Impf- oder Teststatus zu überprüfen. Entsprechende Nachweise sind daher nicht mehr erforderlich. Ebenso ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht mehr vorgeschrieben. Dennoch empfehlen wir Ihnen, bei einer hohen Besucherzahl einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, um sich und andere vor einem Infektionsrisiko zu schützen. Gleiches gilt für die Umsetzung der AHA-Regeln.

*Das ermäßigte Eintrittsgeld kann in Anspruch genommen werden von Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Studierenden, Freiwilligendienstleistenden, Arbeitssuchenden mit Leistungen nach ALG I sowie Schwerbehinderten (GdB von mindestens 50) gegen Vorlage der entsprechenden Bescheinigung.

Bei persönlichen Anliegen schreiben Sie bitte an kasia.lorenc[at]hense.art